Märchenwald und Savoir-vivre
Wenn 14 KCHler 4 bzw. 5 Tage zusammen paddeln, wandern, radeln, kochen, essen (lecker!), trinken (kaum!), singen und flanieren, gibt es viel zu erzählen.
Damit dieser Bericht nicht zu ausufernd wird, folgt nur eine kurze Zusammenfassung mit einigen unvergesslichen Höhepunkten.

Tag 1
Einige sind schon am Tag vorher zur Paddlergilde Kehl angereist und genießen den ersten kühlen Sonnentag zur Erkundung Straßburgs (nur einmal über die Brücke!) zu Rad, zu Fuß oder mit dem Bähnle durch die Stadt, bevor abends die „werktägige Masse“ aufschließt.
Fahrtenleiter Siegfried und seine aus Berlin angereiste Partnerin Ingrid gehören zwar auch dieser Klientel an, sind aber zur Vorbereitung der Tour inklusive des Entzündens des antiken Ölofens im Vereinsheim schon seit Montag dort.
Tag 2

Nach dem ersten gemeinsamen Frühstück Boote auf den Hänger und die Autos laden und zur Einsatzstelle der ca. 17 km langen „Straßburg-Rundtour“ (Canal de la Marne au Rhin au Li au Ar) starten. 13 Kanutinnen und Kanuten – davon 2 ü70 bei ihrer ersten Kanadier-Tour! – erlebten eine phantastische Fahrt durch die Grachten von „Klein-Paris“. Hinter jeder Biegung ein anderes Bild und auch die Mittagspause konnte bei zwar sehr kühlen Temperaturen, aber immerhin einigen Sonnenstrahlen eingenommen werden.
Nach der Rückkehr zum Bootshaus und ausgiebigem Aufwärmen unter den heißen Duschen des benachbarten Yachtclubs ging es mit der Straßenbahn wieder über den Rhein. In einer echten elsässischen „Winstub“, von Siegfried großartig ausgewählt, mit engen Holzbänken und hoher Wärmeentwicklung, wurden alle kulinarischen Genüsse erfüllt.
Der Nussschnaps im Vereinsheim passte trotzdem noch!
Tag 3
Ein sonniges Osterfrühstück mit liebevoll gebastelten Osternestern von Marlis, die auch zuvor schon die Deko gestaltet hatte, erwartete die Runde.
Neben den zwei Nicht-Paddlern vom Vortag und zwei Aussteigern mussten leider zwei weitere MitstreiterInnen aus gesundheitlichen Gründen die Heimfahrt antreten.
Da waren’s nur noch 8 Kanuten, die zur nächsten ca. 14 km langen Tour durch das Groschenwasser, beginnend am Baggersee Mittelgrund, aufbrachen.
Es folgte eine wunderschöne Fahrt durch einen Märchenwald mit vielen Windungen, Sträuchern, Totholz, Stauwehren und Hunderten von Vögeln. Die Pausenstelle gestaltete sich etwas knifflig, so dass die Anlegemanöver schon mal unorthodox ausfielen.
Abends Einkehr in den benachbarten Yachtclub mit viel Wartezeit, aber leckerem Essen und herrlichem Blick über den Rhein bei Sonnenuntergang.

Tag 4
Da waren’s nur noch 6… Zwei Damen mussten ihren lahmen Muskeln etwas Erholung schenken, außerdem wurden diese nachmittags beim Sturm zur Sicherung der neuen Markise am Wohnwagen dringend gebraucht und zur Vorbereitung des Büffets für den Grillabend.
Die ausdauernden 6 Kanutinnen und Kanuten waren fast 10 Stunden unterwegs, um die Anfahrt zum sagenumwobenen Taubergießen, das Vorbringen der Autos, die sich durch eine herrliche Landschaft windende 15 km lange Paddelstrecke (samt Umtragen), das Aus-den-Sträuchern-retten (diesmal Materialschaden!) und das Espresso-Kochen und Sprit tanken zu vollbringen.
Gut, dass der Grill schnell „angeschmissen“ war und das kalte Büffet im Bootshaus bereitstand. Nach ausreichender Stärkung ging es zum ersten Rudelsingen des KCH im Stuhlkreis. Drei FreundInnen von Siegfried und Ingrid waren zur musikalischen Unterstützung angereist.

Bei „Marmor, Stein und Eisen bricht“ kam es zu gesanglichen Höhepunkten, während die langsamen Balladen eher in den alkoholischen Getränken versanken.
Nach Abschluss des musikalischen Teils gab es um Mitternacht einen weiteren Höhepunkt: das Anstoßen auf den Geburtstag eines gewissen Lars B. aus H. Eine Fortsetzung der Feier gab es an
Tag 5
Geburtstagsfrühstück, Ostereier suchen auf dem Gelände, (Osterhase = Fahrtenleiter?!) Gruppenfoto, Abschied von 4 MitstreiterInnen, dann Fahrt mit der Straßenbahn nach Kehl, wo eigentlich eine gemeinsame Bootsfahrt (mit Motor!) durch Straßburg geplant war, die aufgrund der langen Wartezeit in eine Bähnchen-Fahrt umgewandelt wurde. Durch Bestechen des Fahrpersonals (Danke Klaus!) durfte sogar Carlos mitfahren! (Wer ist Carlos? Auflösung in der nächsten Ausgabe!)
Eisessen im Schatten bei gefühlten 3 Grad, Rödeln am Verein und gemeinsames Linsen-Eintopf-Essen zum Abschluss samt Leeren der Eierlikör-, Sekt- und übriger Reserven rundeten den Tag ab.
Abschied

Nach Frühstück und diversen Reinigungsaktionen mussten noch zwei Wohnwagen, ein Wohnmobil und ein PKW beladen werden. Beim besonderen Ausholen eines Wohnwagengespanns wegen einer erwarteten Wohnmobildurchfahrt kam es zu einer geräuschvollen Abstoßungsreaktion an einem geparkten PKW. Schreck, Fluchen, Regeln, Runterkommen!
Unisono: Kann jedem passieren, Hauptsache kein Personenschaden!
Fazit: Ein bisschen Schwund ist immer… an Personen, an Material, an Nussschnaps…!
Dagegen steht ein Plus an Spaß, Gemeinschaft und Muskeln.
Also: ersteres minimieren, zweites ausbauen. Auf ein Neues!
Herzlichen Dank an Siegfried für die Vorbereitung und die tollen Touren.
(Dorothe Falkenstein)
Fotogalerie
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