Ruhrtalradweg: Bauplan versinkt im Schlick

Wie geht es nun weiter mit dem Radweg, nachdem man den Eindruck hat, dass es erst mal gar nicht weiter geht.

Genau so ist es: Es geht an der Stelle erst mal gar nicht weiter. Der Bauplan ist vor unserer Haustür quasi im Schlick versunken.

Schlick ohne Ende und kein Grund in Sicht. (Foto: Iris Lollert)

Seit Mitte August soll der Ruhrtalradweg am Südufer ausgebaut werden. Wenn er einmal fertig ist, wird er sich über das gesamte Südufer erstrecken – also auch über unsere Uferseite. Die Bauarbeiten sollen insgesamt 18 Monate dauern. Das geplante Ende wäre demnach im Februar 2028.

Momentan befinden wir uns im ersten Bauabschnitt, der vom Stauwehr bis zur DLRG reicht. Dazwischen liegt das Stück am Strandhaus, das im Grunde schon fertig ist. Dort kann man sich ansehen, wie es am Ende aussehen soll: Geh- und Radweg verlaufen nebeneinander und bekommen mit 2,5 beziehungsweise 3 Metern ausreichend Platz. Das Stück an der Roteiche lassen wir dabei natürlich außen vor – ihr wisst schon.
Wo immer es möglich ist, werden Geh- und Radweg voneinander getrennt. Wo es nicht möglich ist, eben nicht.

So ein Baustellenzaun macht schon was her.

Der Plan war ok, aber…

Auch die Baustelle direkt vor unserer Haustür gehört zu diesem ersten Bauabschnitt. Und genau dort gibt es Probleme, für die der Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH) bislang noch keine Lösung hat.
Grundsätzlich soll der Weg hier breiter werden – wie auf dem Rest der Strecke, mit der bereits erwähnten Ausnahme an der Roteiche. Dafür muss zunächst unser Kajak- und Kanusteg weichen. Später soll er etwas weiter draußen im See wieder aufgebaut werden.
Damit wir während der Bauarbeiten weiterhin mit unseren Booten aufs Wasser kommen, war eine provisorische Zwischenlösung vorgesehen: Der Kanusteg sollte am linken Arm des Segelstegs befestigt werden. Wir wären dann quasi durch unser Tor gegangen, einmal über den Segelsteg marschiert und hätten von dort bei jedem Wasserstand in die Boote steigen können.
Ein guter Plan. Funktioniert aber nicht.

 

Auf dem Bau gilt die alte Weisheit: Was unter der Erde liegt, weiß man nicht.
Die Bauarbeiter standen Gewehr bei Fuß, der Bagger war bereits am Ufer im Einsatz. Der Baggerfahrer hob aus, was die Schaufel hergab – fand aber so weit der  Baggerarm reicht, keinen festen Grund. Genau den braucht man jedoch, um ein Fundament zu bauen: für den neuen Weg ebenso wie für den späteren Standort unseres Stegs.
Damit war auch die ursprüngliche Idee vom Tisch, die Baustelle mit einer Ladung Sandsäcke abzudichten und auf diese Weise ein Fundament herstellen zu können. Der Plan ist buchstäblich im Schlick versunken.

Als der Laster kam, hatte man noch Hoffnung. (Foto: Iris Lollert)

Die KCH-Lücke

An diesem Punkt wurden die Arbeiten vorerst eingestellt. Vor unserem Grundstückstor klafft nun rein bauplanerisch gesehen die „KCH-Lücke“, in die dringend jemand eine gute Idee werfen muss.
Bis dahin ist direkt vor unserer Tür praktisch Baustopp und alles bleibt so, wie es gerade ist. Für uns heißt das: Der Baustellenzaun bleibt stehen, und wir kommen weiter ganz normal auf unseren Steg und in unsere Boote.
Jenseits der Sperre gehen die Bauarbeiten bis zur DLRG weiter, das gleiche gilt für das Stück vom Stauwehr bis zum Strandhaus: Auch da wird gebaut.

Möglicherweise wird man am Ende eine Spundwand bauen müssen, um das eigentliche Baufeld trockenzulegen. Beschlossen ist das allerdings noch nicht. Der WBH hat zwar durchaus Erfahrung mit Wasserbau, aber auch das Know-how einer Fachbehörde hat irgendwann seine Grenzen.

Von hier an beginnt die Spekulation: Vermutlich wird ein externer Planer gebraucht. Dafür allerdings sind zunächst neue Beschlüsse erforderlich.
Die Probleme mit dem Schlick betreffen übrigens nicht nur unseren Steg. Auch bei unserer Slipstelle muss umgedacht werden – die bisherigen Planungen dürften also an mehreren Stellen nicht mehr aufgehen.
Eines lässt sich deshalb schon jetzt vermuten: Die neu aufgetauchten Schwierigkeiten könnten dafür sorgen, dass sich die Bauarbeiten deutlich über den ursprünglich geplanten Fertigstellungstermin im Februar 2028 hinaus verlängern.

(Ralf Schaepe)