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Kanupoloteam sucht Kanupolospieler

Es war einst eine Tradition beim Kanu-Club Hagen und erlebt nun eine kleine Renaissance: die Kanupolo-Abteilung hat sich im Sommer 25 neu gegründet. Kanupolo, nie gehört? Dann unbedingt ausprobieren!
Kanupolo verbindet ganz viele Elemente andere Sportarten und führt zu einer einzigartigen Disziplin zusammen: paddeln, passen, werfen, Körperkontakt, taktisches Geschick. Gespielt wird normalerweise im Duell Fünf-gegen-fünf. Und wie bei jeder anderen Ballsportart gilt: Das Runde muss ins Eckige. Klingt einfach? Ist es aber nicht. Und dennoch nicht schwer zu erlernen. Wir freuen uns über jeden, der mitmachen will.
Derzeit trainieren wir samstags abends im Hallenbad, ab 18 Uhr. Die Trainingszeiten für den Sommer werden wir im Spätwinter veröffentlichen. Geplant ist, dass wir im nächsten Jahr mit einer Mannschaft über 18 Jahren an den Start gehen. Und darunter auch ein Jugendteam gründen. (Tobias Nordmann)
Hier ist ein Video zum Training im Hallenbad – produziert von Martina Gruss:
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Die Kilometer sind nicht wichtig. Draußen sein ist wichtig.
Der Schnappschuss hat einen Moment eingefangen, der spürbar mehr ist als nur dieser Moment. Ein Stück Leben eingerahmt in ein Bild. Es geht um eine Frau, die schon immer lieber draußen war als drinnen. Heute wie damals mit Anfang 20. Genau. Die junge Frau ist Heidi Meißner, und hier ist das Porträt.

Heidi war schon immer Heidi. Nicht Adelheid, nicht Heidemarie – einfach Heidi. Geboren 1954 im ländlichen Esborn in Wetter. Nah an der Natur. Papa und Mama lassen das Kind draußen spielen. Der Onkel ist Pferdezüchter. „Ich bin praktisch draußen aufgewachsen.“
Als Teenager reitet sie viel und ausdauernd. Und sie reitet nicht nur einfach so herum, wie man das als Pferdeliebhaber in unserer Gegend wohl oder übel eben tut. Sie reitet die Pferde zum Decken und dann wieder zurück – durchs Felder und Wiesen. Sie reitet Pferde so, wie sich das in einer Züchterei ergibt: mal aus Spaß, mal wegen irgendwelcher Erfordernisse des Zuchtbetriebes. Deswegen sitzt sie auf dem Foto auch so selbstverständlich auf dem Pferd, als würde sie da ganz natürlich hingehören.
Schnitt, Zeitsprung
Heidi ist die in ihrer grünen Tupperschüssel. Zarte Gestalt, aber zäh, bald 72 Jahre alt. Und in Gesellschaft immer am Plappern (sag ich). Stimmt doch gar nicht (sagt sie). Immer draußen. Sie kommt mit dem Fahrrad aus Herdecke, holt ihr Boot aus dem Schuppen und kajakt den Hengsteysee entlang. Sie paddelt so, wie ein Dieselmotor läuft, wenn er warm ist: Immer schön gleichmäßig, immer weiter. Weil es auch etwas Meditatives hat. Man lebt beim Paddeln sehr in der Gegenwart, und wenn man immer weiterpaddelt, kann man die Gegenwart so weit ausdehnen, dass sie nach hinten gesehen zur Vergangenheit wird und nach vorne die Zukunft berührt. Sie kajakt durch die Geographie Europas. Wieviele Kilometer sind es bis jetzt geworden? Ach Gott. Das Kilometerzählen… ist das denn so wichtig? Das Wichtige ist doch etwas anderes: Das Ungebunden sein. Entscheiden, ob man irgendwo einen Tag oder zwei oder drei bleibt, und dann weiterfahren. Sie wandert auch gerne zu Fuß oder mit dem Rad. Egal wie: Hauptsache, viel draußen. „Ich fühle mich draußen am wohlsten. Seit meiner Pensionierung bin ich nur noch draußen.“

Und vorher war sie auch schon viel draußen. Von 13 Jahren an bis 26 ist sie viel geritten. In der Studienzeit: Reiten und Rudern. Auf Fehmarn hat sie einen Segelschein und einen Surfschein gemacht. Das ist auch ein Erbe ihrer Eltern, denn die liebten das Meer.
Das Reiten hat in ihrer Studienzeit aufgehört. Weil ein Pferd kein Sportgerät ist, sondern ein Lebewesen mit Bedürfnissen; man muss jeden Tag da sein, und sich um das Tier kümmern. „Das ging irgendwann nicht mehr“, sagt sie. Studium und Beruf brauchen halt auch ihre Zeit. Sie wurde Lehrerin und unterrichtete Mathe und Erdkunde. Aber ein Kajak, das ging. Sie ist zu Sport Schröer gefahren, hat ein leichtes GFK-Diolen-Kajak gekauft, hat das Boot ihren Eltern gezeigt und es dann in die Ruhr eingesetzt. Dort hat sie die Leute der Wittener Kanugemeinschaft kennengelernt. Zu der Zeit ist sie viel gefahren, hat auch drei Jahre ein Fahrtenbuch geführt, und dann keine Lust mehr gehabt – also auf das Fahrtenbuch. Auf das Kajakfahren schon.
Heidi trug eine länger andauernde Begeisterung für Kanada mit sich herum, und als sie das erste mal eine Kanutour in Schweden gemacht hat, da dachte sie „das ist ja Kanada in klein.“ Es folgten etliche Touren in Schweden und Norwegen. In Dänemark, in Irland, auf Island, und ganz viel in Frankreich; da waren es unter anderem „die allen Kanuten bekannten Flüsse wie Ardeche, Tan, Dordogne, die Loire und auch weniger prominente Flüsse.“ Meistens schön, manchmal ziemlich anstrengend.

In dieser ganzen Zeit von 1992 bis 2021 hat sie ihre Touren nicht in ein Fahrtenbuch eingetragen. Die Fahrt war das Ziel, nicht die Bilanz. Auch wenn die Fahrt schon mal zermürbend sein konnte: „Ich hatte mal eine Fahrt, da hat es vier Tage nur geregnet. Am dritten Tag waren alle Brocken nass.“ Aber es gibt dann die anderen Momente: Wenn man die Natur genießen kann, sich mal auf eine Kiesbank legen kann, oder einfach schwimmen geht.
Dann gibt es noch einen Punkt, über den sie nicht gerne redet: 20 Jahre hat sie mit ihrem Lebensgefährten Ralf Touren gemacht. Dann kam die Coronazeit. Nach Corona wurde er schwer krank.
Sie wollten noch so viele Touren machen, und dann war sie alleine.
Im KCH hat sie sich zu den Winterpaddlern gesellt. Kommt nach wie vor mit dem Fahrrad, paddelt Kilometer um Kilometer, und wenn sonst keiner kommt, dann kommt Heidi und paddelt auch alleine.
Und auf wieviel Kilometer kommt man nun, wenn man das so über Jahrzehnte macht, frage ich. Noch einmal. Antwort: Ach, so einmal um den Globus oder mehr.

Das wird wohl hinkommen. Seit 2022 ist Heidi beim KCH. Bei uns hat sie wieder angefangen, Fahrten zu dokumentieren. Und da sind alleine 10 000 Kilometer zusammengekommen. Der Globus hat rund 40 000 Kilometer. Aber wie gesagt, das ist nicht wichtig.
Wichtig sind ihr Geborgenheit und Freiheit. Wobei: „Freiheit ist nicht, tun zu können was man will, sondern nicht das tun zu müssen, was man nicht will.“ Die Geborgenheit ist mit ihrem Ralf weggebrochen. Die Freiheit ist geblieben.
Und das draußen sein. Das gilt für die junge Frau auf dem Pferd genauso, wie für die 72-Jährige in ihrem Boot.
(Ralf Schaepe)

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Die Strömung soll es richten: Ausbaggern ist nicht mehr…

Baggerschiffe bei der Arbeit (unten rechts) – etwa zwischen 1927 und 1929 – also zu der Zeit, als der Hengsteysee angelegt wurde. Der Hengsteysee wird absehbar nicht wieder ausgebaggert. Der Grund: Zu aufwendig, zu teuer. Um zu verhindern, dass der See über die Zeit immer mehr verlandet, plant der Ruhrverband etwas anderes: die Strömung im See könnte so geändert werden, dass sich Sediment nicht mehr ablagert, und dass auch bestehendes Sediment weggespült wird. Die Sache muss aber noch erforscht werden.
Die zunehmende Verlandung des Hengsteysees ist ein immer wiederkehrendes Thema – vor allem unter den Seglern, aber auch unter den Kanuten in unserem Verein, in den Nachbarvereinen und in den Gesprächen, die sowohl die IG-Hengsteysee als auch Stadt.Land.Ruhr mit dem Ruhrverband geführt haben. Und auch am Harkortsee taucht die Frage immer wieder auf: Wird der See nicht alle 30 Jahre oder so in etwa neu ausgebaggert? Nein, wird er nicht. Unser Gesprächspartner war in den letzten Monaten vor allem Christoph Gerbersmann als Finanzvorstand und damit als zweiter Vorsitzender des Ruhrverbandes Essen.
Zuletzt wurde der See 1989 ausgebaggert, der Harkortsee wurde einige Jahre später auf durchschnittlich 2 m Wassertiefe gebracht. Dass sich das nicht wiederholen wird, hängt vor allem Mit Aufwand und Kosten zusammen.
Ausbaggerung kostet mehr als 80 Mio Euro
Nach Berechnungen des Ruhrverbandes kostet die Ausbaggerung alleine rund 20 Mio Euro – und zwar pro See. Das wäre aber nur der Sonderpreis, wenn man den ausgehobenen Schlamm direkt nebenan am Ufer deponieren könnte. Und genau das geht nicht mehr. Es gibt keine Flächen, Narturschutzgründe sprechen zudem dagegen, den belasteten Schlamm einfach irgendwo in die Botanik zu kippen. Gerbersmann: „An beiden Seen – und ganz dramatisch am Hengsteysee – ist praktisch null Fläche, auf der man ablagern könnte.“ Am Harkortsee gäbe es nur eine theoretische Fläche: Dort, wo derzeit der Campingplatz ist. Den zu räumen, gilt als politisch undurchsetzbar.
Was man früher gemacht hat, nämlich am Hengsteyseeende Flächen einzudeichen und dahinter Schlamm aufzuspülen, bekäme man heute schlicht nicht mehr genehmigt.
Bliebe noch, den Schlamm irgendwie irgendwo anders zu entsorgen. Das ist noch nicht konkret ausgerechnet worden, aber die Kosten für Entwässerung des Schlamms, Transport und Endlagerung dürften höher liegen, als die für die eigentliche Ausbaggerung. Das heißt: Die Gesamtkosten dürften mehr als 80 Mio Euro betragen.
Auf der anderen Seite möchte auch der Ruhrverband den See als solchen erhalten – zumal das Pumpspeicherkraftwerk seinen Wasserbedarf nicht aus dem Trockenen schlürfen kann.

Flach und mit Elodea verkrautet: Hengsteysee im Sommer. Die zunehmende Verladnung des Sees begünstigt auch das Wachstum der Elodea. Was der Ruhrverband stattdessen plant: Strömungsänderungen. Die Idee geht im Grundsatz so: Man verändert durch wasserbauliche Maßnahmen den Lauf der Strömung im Hengsteysee. Bislang wird die dominiert durch den Zulauf der Ruhr, den Ruhrlauf selbst, den Ablauf am Stauwehr, und sie wird ergänzt durch die Aktivität des Pumpspeicherwerkes.
Eine neue Strömung soll es richten
Der Ruhrverband hat die Uni Duisburg-Essen und die Fachhochschule Münster beauftragt, der ganzen Sache im Rahmen eines Forschungsauftrages auf den Grund zu gehen.
Drei große Fragen sollen beantwortet werden:
1.) Kann die Idee, den Strömungsverlauf durch wasserbauliche Maßnahmen zu ändern überhaupt funktionieren? Kann man die Sedimente im See auf andere Art umlagern und dadurch wieder Stauvolumen gewinnen?
2.) Was bedeutet das für die Gebiete flussabwärts?
3.) Welche Maßnahmen zur Reduzierung des Sedimenteintrages aus dem Oberlauf sind möglich?
Insgesamt spielen bei dem Forschungsauftrag strömungstechnische Dinge eine Rolle, also: was passiert bei verschiedenen Wasserständen und Fließgeschwindigkeiten? Und: Was wären die ökologischen Konsequenzen?
Schließlich will man vermeiden, dass das Ökogleichgewicht der Seen zusammenbricht, und man will auch vermeiden, dass sich die Sedimente flussabwärts irgendwo ungeplant sammeln. Konkreter kann man die Risiken noch nicht einschätzen, denn die Sache solle ja erst noch erforscht werden.
W e n n die Beeinflussung der Strömung eine Lösung wäre, dann weiß man das nicht vor 2029 oder 2030, denn das Forschen braucht so viel Zeit. Und etwa zu diesem Zeitpunkt könnten dann erst wasserbauliche Projekte beginnen. Aber auch danach könne man nicht erwarten, dass der See wie eine Badewanne ausgespült wird. Man hofft eher, dass man das Sediment in der Nähe der Hauptströmung bewegen kann, den Hengsteysee zu verlassen.
(Ralf Schaepe)
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Da ist ’ne Menge passiert…
2025 nach Chr. Geburt. Ganz Deutschland ist von schlechter Stimmung befallen.
Politisch, wirtschaftlich und sonstwie kann man das vergangene Jahr in die Tonne kloppen. Sagen viele so. Nur ein kleiner Verein am Hengsteysee hört nicht auf, der schlechten Stimmung Widerstand zu leisten. Auch da ist das Leben nicht immer leicht – aber es gibt Grund zur Hoffnung, und ein paar Fundamente wurden im Jahr 2025 gelegt.
Tasächlich ist im letzten Jahr eine Menge passiert – will sagen: Es wurde in die Substanz und in die Verbesserung von Verein und Vereinsheim investiert.
Im Einzelnen:
Der Flur ist saniert worden – Kostenpunkt: 12 000 Euro insgesamt. Davon wurden 80 % über einen Fördertopf der Stiftung der Sparkasse an Volme und Ruhr übernommen. Vom Vereinskonto flossen also nur 2000 Euro.
Früh im Jahr 2025 wurden die morschen Holzstege der Segler gegen Gitterroste ausgetauscht. Die Roste sind bereits 2024 angeschafft worden, aber die Arbeiten und damit das sichtbare Ergebnbis gab es 2025.
Die Kanupolospieler bekamen vier nagelneue Poloboote und die dazugehörigen Paddel. Von den Gesamtkosten über 3200 Euro hat die Bezirksvertretung Nord 1500 Euro aus ihren Mitteln beigesteuert – auch hier eine satte Ersparnis für den Verein.
Der KCH hat bei den Fördermitteln aufgepasst – und viel Geld gespart
Ein neuer Aufsitzrasenmäher ist angeschafft worden, der Saunaofen war kaputt und wurde ersetzt, die Spülkästen im Toilettenraum sind erneuert worden. Dazu haben wir auch einen neuen Schwung Vereinskleidung bekommen, so dass wir auf Vereinsveranstaltungen angemessen gekleidet herumlaufen können. Das war zwar keine Investition, weil die Mitglieder ja ihre Kleidung selbst bezahlen – aber es ist auch eine Verbesserung in Sachen Außendarstellung im Jahr 2025.

Im Vereinsbus muss man nicht mehr frieren, wenn es kühl ist: Das Fahrzeug wurde fit gemacht und hat nun einen neuen Zahnriemen, neue Allwetterreifen – und eine wieder funktionierende Heizung.
Im Glaskasten, im Fitnessraum und in den Umkleiden sorgt eine Wärmepumpe schnell für angenehme Raumtemperatur – ein echter Komfortgewinn, gerade, wenn man im Winter und in den Übergangszeiten von draußen kommt. Und ein echtes Schnäppchen: Die Wärmepumpe hat summasummarum mit 15 000 Euro zu Buche geschlagen. Eine Förderung über das Servicezentrum Sport in Hagen hat davon 7000 Euro übernommen und den Kostenblock damit deutlich verringert.
Fazit: Der KCH ist hübscher, präsentabler, praktischer und sicherer (Stege) geworden. Und frieren müssen wir auch nicht.
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Nikolausfahrt 2025 auf der Weser
Mit14 Paddler/innen in zwei 7-er Kanadiern verbrachten wir zwei herrliche Paddeltage (vom 29.11.2025 bis 30.11.2025) auf der Weser. Natürlich mit Nikolausmütze. Ohne die wäre ein Mitpaddeln nicht möglich gewesen. Das strenge Auge des Fahrtenleiters Klaus, ließ keine Ausnahme zu!
Das Wetter spielte halbwegs mit; kein Regen! Für die Jahreszeit zu warm.
So sollte es die beiden Tage auch bleiben.
Einige Wohnwagenfahrer/innen hatte sich schon einen Tag zuvor am Rintelner Kanuclub niedergelassen, so dass die andere Hälfte der Teilnehmer/innen mit dem Bus, Hänger und den aufgeladenen Kanadiern pünktlich um 7.00 Uhr den Kanu Club Hagen verließen.
Fahrer war wie in den letzten Jahren Ralf, der leider ohne Unterstützung von Birgit die Augen nun selbständig aufhalten musste, während die Mitreisenden weiterhin ihre Augen pflegen konnten.
Noch bevor die Boote abgeladen und ins Wasser gelassen wurden, kam der Nikolaus mit einer Überraschung, unterstützt von Dorothe, die ihm beim Packen der Präsente zuvor half.
Der Start war in Hameln am Samstag für 9.30 Uhr festgelegt worden, um gegen 14.00 Uhr in Rinteln anzukommen
Die Steuermänner versuchten die Boote nach Gewichtsklasse und Seitenlage (Back- Steuerbootseite sollte möglichst ausgewogen sein), sowie nach Paddelvermögen zu besetzten, um eine gleichmäßige Geschwindigkeit und Geradeauslauf der Boote zu gewährleisten.
Aber, alle Paddler/innen hatten Ihre Lieblingsseite oder eine(n) Lieblingsnachbarin oder Lieblingsnachbarn. Also mussten die Steuermänner ordentlich „ackern“.
In Großenwieden, etwa auf halber Strecke nach 14 km, machten wir eine ausgiebige Pause. Diesmal waren die Toiletten geöffnet, so dass ein Halt unterwegs nicht nötig war, denn um der Kälte nicht nur durch kräftiges Paddeln zu entgehen, wurde auch der Blutkreislauf durch Zufuhr von entsprechender Flüssigkeit mit Nuss- und Birnengeschmack angeregt.
Dieser Umstand beflügelte die gute Laune an Bord enorm, so dass das ein oder andere Lied gesungen wurde, wobei sich Marlis durch Textsicherheit einen Namen machte.
Als wir in Rinteln gegen 14.30 Uhr ankamen, hatte Dorothe schon für den gedeckten Kaffeetisch im Bootshaus gesorgt, so dass wir in gemütlicher Runde den selbstgebackenen Kuchen genießen konnten, bevor sich vier Fahrer in Richtung Porta aufmachten, um den Bus mit Hänger und zwei PKWs zur Aussatzstelle zu bringen.
Es gab auch alte Elvissongs
Dann ging es gegen 17.00 Uhr in Richtung Rinteln – Innenstadt auf den anheimelnden Weihnachtsmarkt mit seiner bewundernswerten Illumination und dem köstlichen Angebot an Speisen und Getränken.
Auf der Bühne spielte ein Duo alte Elvis Songs. Die Rhythmen ließen unsere Hüften schwingen und der Glühwein tat sein Eigenes dazu.
Wie schon in den Jahren zuvor, wurden wir im Restaurant freundlich empfangen und zuvorkommend bedient. Wir konnten uns an den vielfältigen Speisen laben und genossen die Wärme. Alle verließen hochzufrieden das Lokal in Richtung Kanuclub und vergaßen auch nicht noch einen Absacker auf dem Weihnachtsmarkt für die Verdauung zu nehmen.
Am Sonntag gestaltete sich das Frühstück durch ein großes, mitgebrachtes Angebot an Käse, Aufschnitt, Marmelade und Brot aller Sorten. Auch das Müsli durfte nicht fehlen.
Die Bootsbesatzung änderte sich. Marlis verließ das Boot und Dorothe übernahm ihren Platz, so dass die Mannschaft wieder komplett war.
Am ersten Tag waren es 28 km; am zweiten werden es 24 km sein, mit einer Pause in Veltheim an der Fähre, die im Winter den Betrieb einstellt.
Gut gestärkt ging es auf den Bach für die letzten 12 Flusskilometer bis zum Ausstieg nach Vössen.
Die Boote wurden verladen. Die Gruppe trennte sich. Einige fuhren mit dem Bus zurück nach Hagen, die anderen bestiegen die abgestellten PKWs, um in Rinteln die Wohnwagen abzuholen.
Der Abschied nach einer derart erlebnisreichen Paddeltour ist immer mit Wehmut und der Hoffnung auf weitere tolle Vereinsfahrten verbunden, möglichst auch im Dezember 2026.
Klaus Manegold
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Wanderglück mit Glörtalblick
Am 19. Oktober um 10.00 Uhr versammelten sich elf Wandersleute gut gelaunt und bei trockenem Wetter am Haus Glörtal. Vorbereitet hatten die Tour Dorothe (Organisation) und Klaus (Wanderführer).
Der Wanderführer hatte aus unerfindlichen Gründen seine Wanderjacke zuhause vergessen. Wie gut, dass Heike in ihrem überraschend gehaltvollen Rucksack noch ein Daunenjäckchen dabei hatte.
Etwa acht Kilometer ging es anschließend auf einem Höhenweg um die Glörtalsperre mit immer wieder herrlichen Aussichten auf die herbstlich gefärbte Landschaft. Auf der Höhe blies der Wind kräftig, aber die stärkende Eierlikörpause konnte windgeschützt eingenommen werden!
Im anschließenden Sonnenschein und nach anregenden Gesprächen trafen alle wohlbehalten um 12.30 Uhr an der Gaststätte ein, noch nicht ahnend, dass das Essen erst um 14.00 Uhr auf ihren Tellern landen sollte. Aber selbst diese Unannehmlichkeit wurde weggespült und durch das verspätete schmackhafte Essen wieder wett gemacht. Ein wirklich schöner Sonn(en)tag!
Dorothe
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Kajak-Tetris mit Übersicht
Der Lagerung unserer Boote (und zum Teil auch von Wohnwagen und Wohnmobilen) wohnt eine Herausforderung inne: Sie ist von Veränderungen geprägt und damit dynamisch. Demgegenüber steht der Wunsch der Besitzer nach statischen Verhältnissen.
Ok, das ist jetzt ein bisschen verschwiemelt ausgedrückt, umschreibt die Lage aber trotzdem treffend…
Willkommen beim Kajak-Tetris, das immer aufs neue knifflig ist: Ein neues Boot ist zu lang für einen Lagerplatz, der noch frei ist. Aber da, wo die Länge passend wäre, liegt ein anderes Boot. Das würde zwar wiederum anderswo liegen können, aber dann gibt es ein neues Problem: Es liegt woanders. Und das sorgt für Ärger mit den Bootsbesitzern.
Das alles am Ende passend zu machen ist, nicht gerade vergnügungssteuerpflichtig. Um Übersicht zu schaffen, hat Siegfried Skerra ein kleines Tool entwickelt. Auf unserer Mitgliederseite im Internet findet Ihr es. Geht im Mitgliederbereich zum Menüpunkt
1. „Inventar Boote, WoWa, Segelboote“.
2. Gebt oben im Suchfeld den Bootsnamen oder den Besitzernamen ein.
3. Ihr bekommt dann den Einlagerungsort angezeigt.
Siggi hat den Menüpunkt so gestrickt, dass es weitere Funktionen gibt. Die sind:
Besitzername eingeben: Man bekommt eine Auflistung welche Sachen ich eingelagert habe, also: Boot, Wohnwagen, Wohnmobil.
VE für „Vereinseigentum“ eingeben: Man bekommt eine Liste der Vereinsboote.
Polo: ergibt eine Übersicht über die Poloboote.
Das ändert zwar nicht das Grundproblem (Ihr wisst schon: Dynamische Lage), sorgt aber für mehr Übersicht.
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Ausgeglichen: Gerd Dopheide im Porträt
Kann man gar nicht glauben, was er da sagt: „„Als Schüler war ich ein Alptraum. Ich war stinkfaul und habe viel Mist gemacht.“
Wenn man ihn jetzt trifft, würde man sagen: Der hat die Ruhe weg.

Da, wo die Hobbits wohnen ist es gemütlich: Gerd und Inge unterwegs. Gerd Dopheide, geboren 1949 in Dortmund, ist ein aufgeräumter Mensch.
Naja, und gelernt hat er am Ende auch etwas. Technik war schon immer sein Ding. Mit 12 hat er bereits Elektroinstallationen gemacht. Diplomingenieur (FH) ist er dann geworden, und er ist den größten Teil seine Berufslebens Berufsschullehrer gewesen. Er hatte sich die Lehrer von früher gemerkt „Die guten und die schlechten“ – und er wollte es besser machen als die schlechten.
„Ich habe ein halbes Jahr als Ingenieur gearbeitet, und dabei die Lehrlinge ausgebildet. Es hat mir immer Spaß gemacht, Menschen für Technik zu begeistern.“ Und so fügte sich dann in kurzer Zeit das eine und das andere zusammen. Nach dem Dipl. Ing. (FH) hat er angefangen, in Aachen zu studieren. Nach zwei Semestern war die Situation so: Es wurden dringend Berufsschullehrer gesucht – und dann hat er auf Lehramt studiert. Sein Referendariat hat Gerd dann an der Dortmunder Berufsschule gemacht – da war er selbst schon als Schüler – und die haben ihn mit Freude als Lehrer aufgenommen.

Zwei weitere Dinge haben sich gefügt. Seit er 16 ist, kennt er seine Inge, und 1972 haben die beiden geheiratet. Und schon als junger Bursche zog es ihn aufs Wasser. All das hat sich in den Jahren nicht geändert. Es fing mit einem Schlauchboot an, und später wurde es ein Kajak. Sogar eines aus Kunststoff. Dazu muss man wissen: Kunststoff kam etwa Ende der 60er Jahre als Baustoff für Boote auf die Welt. Kajaks waren vorher aus Holz oder sie waren Faltboote mit Stoffbezug. Gerd hatte jedenfalls eines der neumodischen Kunststoffkajaks und präsentierte das bei seinem damaligen Club in Schwerte. Aber irgendwie wurde er mit den Leuten dort nicht so recht warm. „Die wollten nur sehen, dass ich mit meinem Kunststoffboot auf der Slalomstrecke umkippe.“
artieZum Kanuclub Hagen kam er 1978. Damals gab es noch ein Probejahr, bevor man in den Verein überhaupt aufgenommen werden konnte. Und damals gab es einen Vorsitzenden, der nach dem Probejahr den Antrag von Gerd schlicht nicht bearbeitet hat. Aber : „Ich hatte damals schon viele Freunde im Verein. 1980 konnte er nicht anders, da wurde ich dann offiziell aufgenommen.“ Zwischen den beiden muss es ständig gekriselt haben. Was vielleicht auch daran lag, dass Gerd, als er dann 2002 in den Vorstand gewählt worden war, darauf bestand, dass Sitzungsprotokolle vom gesamten Vorstand genehmigt werden – und nicht nur vom Vorsitzenden. Trotzdem attestiert er ihm „Er hat viel für den Verein getan.“

Rutschpartie in Hattingen. Solche Auseinandersetzungen lassen sich nach so vielen Jahren nicht mehr wirklich sauber bewerten. Aber es spricht für Gerd, dass er später selbst zum Vorsitzenden im KCH gewählt worden ist. Das war 2006. Dafür, dass er nicht wollte, hat er dann lange durchgehalten: Drei Perioden a’ vier Jahre – also bis 2018. Dann war aber auch gut.
Inge und Gerd sind viel gereist, und sie reisen weiter viel. „Wir ergänzen uns. Es gibt nur einen Unterschied: Inge ist hibbeliger als ich. Inge und ich sind auf der ganzen Welt schon Kanu gefahren. Das Reisen ist unheimlich wichtig für unser Leben.“

Unverzichtbares Utensil: Das Reisemobil. Fünf wesentliche Konstanten ziehen sich durch Gerds Leben: seine Familie, der Beruf, das Kajakfahren, das Reisen und der Verein.
„Das gemeinsame Erleben ist mir wichtig, und der Verein ist mir wichtig. Ein Teil meines Lebens.“
Vielleicht ist es gar nicht so verkehrt, als Schüler ein Alptraum sein, um im Ruhestand von sich sagen zu können: „Ich bin relativ ausgeglichen.“
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Planen, Tracken, Entdecken: Kajak mit „Canua“
Wir haben im Vorstand zu nahezu jeder Monatssitzung Anmeldungen von neuen Mitgliedern. Es macht also Sinn, noch einmal über die „Canua“-App zu reden, und sie vorzustellen. Weil mindestens die Neuen die App wahrscheinlich gar nicht kennen.

Die Canua-App ist eine gute Hilfe für Kajak- und Kanufahrer,
- die Wandertouren auch über mehrere Tage machen,
- die ihre regelmäßigen Fahrten aufzeichnen und in einem Fahrtenbuch speichern möchten,
- die ihre nächste Kanutour am Bildschirm planen und speichern möchten,
- für Kajakfahrer, die gerade den Atlantik überqueren und an Tag 12 gerne wissen möchten, wo sie sich eigentlich genau befinden 😉
Der Reihe nach. Was ist Canua?
Canua ist eine App, die es für IOS und Android gibt. Außerdem funktioniert sie auch auf dem IPad. Sie ist speziell für Paddler und Kanuten entwickelt.
Planung

Die automatisch ermittelte Route wird über die roten Punkte dargestellt. Es gibt einen Planungsteil, dort könnt Ihr auf einer Karte per Fingertipp eine Route zusammenstellen. Die App beherrscht das Autorouting – das heißt: Ihr gebt den Startpunkt ein und speichert ihn. Dann gebt Ihr den Zielpunkt ein und speichert den. Canua berechnet automatisch die Route. Hier zeigt sich auch die Spezialisierung auf Paddler: Wollt Ihr beispielsweise auf der Schlei fahren und gebt als Start „Haithabu“ und als Ziel Olpenitz ein, dann werdet Ihr feststellen, dass Canua nicht die kürzeste Strecke ausrechnet, sondern jede Bucht in der Planung ausfährt. Das deswegen, weil die App davon ausgeht, dass Kajak- und Kanufahrer sich grundsätzlich in Ufernähe aufhalten, und nicht etwa ausgedehnte Buchten schnibbeln wollen. Außerdem erhaltet Ihr beim Autorouting eine recht genaue Kilometerangabe über die ausgewählte Strecke.
Das Autorouting halluziniert manchmal: dann sucht Canua die Route einfach über Luftlinie. Das kann man verhindern, indem man auf der Route mehrere Zwischenziele per Hand mit einspeichert.
Ich nutze diesen Teil der App gerne für mehrtägige Touren. Dabei plane ich jeden einzelnen Fahrtag als eigene Strecke von Campinggelegenheit zu Campinggelegenheit.
Was sehr hilfreich ist: Canua hat eine Menge Detailinformationen für Paddler. Etwa über Campingplätze und DKV-Stationen oder über Stauwehre, die zwischen Euch und Eurem Ziel liegen. Restaurants sind verzeichnet, besondere Gewässereigenschaften und Brücken. Dazu gibt es noch allgemeine Informationen. All diese Infos sind als vereinheitlichte Symbole in der Karte dargestellt. Tippt Ihr sie an, öffnet sich ein Infokasten mit weiteren Details dazu. Diese Features nutze ich sehr oft auf Fahrten.

Was am Ufer und auf dem Wasser wichtig ist: Legende bei Canua. Kritik: Geplante Touren werden nicht zum Beispiel zwischen IPad und IPhone synchronisiert – das ist softwareseitig einfach nicht vorgesehen, die Touren sind an das jeweilige Gerät gebunden.
Allerdings kann man diese Einschränkung umgehen: In seiner neuesten Version kann Canua eine Route teilen und per Mail verschicken. Öffnet der Empfänger die Mail und klickt auf den enthaltenen Link, dann öffnet sich automatisch Canua – sofern es installiert ist – und importiert die Route.
Was ich auch vermisse: Eine Canua-Webapp, mit der man am großen PC zuhause in aller Gemütlichkeit Touren planen kann – um sie dann idealerweise auf das IPhone oder das IPad zu übertragen. (Gilt analog natürlich für Android).
Bis auf diese Punkte ist Canua aber ein gutes Tool für Planung und unterwegs.
Touren

Alles ist käuflich. Auch Touren. Außerdem könnt Ihr Euch auf Canua Touren empfehlen lassen. Diese Touren kann man einzeln kaufen und abspeichern. Sie kosten häufig zwischen 99 Cent und 1,99 Euro. Mehrtägige Touren sind dann in einzelne Tagesetappen unterteilt und enthalten jeweils eine kurze Charakteristik mit Hinweisen für die Etappe. Das ist sehr schön, wenn man sich einfach mal leiten lassen möchte. In der Regel sind dort auch die Übernachtungsmöglichkeiten angegeben und kurz bewertet.
Tracking

Canua trackt Eure Touren – nuckelt dabei aber stark am Handyakku. Tracking ist das Aufzeichnen von gefahrenen Strecken über das bordeigene GPS des Handys oder des Tablets. Die Bedienung ist simpel. Man wählt den Reiter „Aufzeichnen“, drückt auf Start, und ab dann trackt Canua die Fahrstrecke.
Was sehr schön ist: Man kann die aufgezeichnete Strecke an das „Elektronische Fahrtenbuch“ übermitteln. Das elektronische Fahrtenbuch EFB ist eine Webapp des Deutschen Kanuverbandes. (https://efb.kanu-efb.de) Dort kann man seine Fahrten eintragen, speichern und bewerten lassen (Ich kann das EFB gerne in einem der nächsten Newsletter genauer vorstellen). Wenn man die Canua-App entsprechend beauftragt und ihr die Freigabe gibt, füllt sie das EFB automatisch aus. Dann spart man sich das eigene handschriftliche oder sonst wie angelegte Fahrtenbuch.
Allerdings saugt die Trackingfunktion von Canua erheblich am Akku des Handys. Das stört mich auf mehrtägigen Fahrten, wenn ich nicht weiß, ob ich am Abend das Handy ans Stromnetz hängen kann, oder ob ich längere Zeit auf meine Akkupacks angewiesen bin. Deswegen nutze ich die Funktion fast nie. Sie ist aber gut für Leute, die dieses Problem nicht haben – und die ist auch gut, wenn man einfach regelmäßig seine Hausrunde fährt und zum Beispiel gerne Geschwindigkeitsprotokolle haben möchte.
Gewässerdatenbank
Außerdem hat Canua eine umfangreiche Gewässerdatenbank. Gibt man beispielsweise „Lenne“ ein, bekommt man grundsätzliche Informationen über den Fluss, seine Eigenschaften im Verlauf und eine Übersicht über die Stauwehre.
Die Canua-App ist in ihrer Spezialisierung auf die Paddelgemeinde einzigartig und schon deshalb für Wanderfahrer eine Empfehlung. Sie deckt so gut wie jede Pfütze in Europa ab, solange diese Pfütze paddelbar ist. Insgesamt sind 5000 Gewässer in 20 Ländern kartiert.

Infokasten mit Kurzhinweis. Anklicken, dann gibt es mehr Infos. Die App gibt es kostenlos mit Basisfunktion und als Plus-Edition. Mit den Basisfunktionen kann man schon ganz ordentlich arbeiten, aber die Plus-Edition macht in meinen Augen mehr Sinn. Die Plus-Edition kostet derzeit 31,99 Euro im Jahr, wenn man Mitglied im Deutschen Kanuverband ist. Ohne Mitgliedschaft kostet die App 39,99 Euro. Man bekommt Canua im „Google-Play-Store“ und im Apple „Appstore“.
(Ralf Schaepe)
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Mitten in Westfalen: Ralf Kuhenne
Er hat schon eine Atlantiküberquerung auf der Gorch Fock mitgemacht. Und ist doch: Ein Westfale geblieben.
Wenn man einen typischen Westfalen auf Wikipedia beschreiben wollte, könnte man mit Ralf Kuhenne anfangen. Da läge man schon mal ganz gut im Wahrheitskorridor, und der richtige Text flösse fast automatisch.

Im Text müsste vorkommen: bodenständig, ruhig, bescheiden, er kommt eher mit weniger Worten aus – ach ja, und: ein Westfale ist stur. Ist Ralf auch.
Beruflich findet sich das Westfälische in der Kontinuität. Ralf ist bei der Bahn in die Lehre gegangen und hat dann an der FH studiert. Ralf Kuhenne ist Elektroingenieur. Und zwar einer, der sein gesamtes Berufsleben bei drei Firmen in Schalksmühle verbracht hat. Das Berufliche bestimmte in gewisser Hinsicht auch sein politisches Leben. Mit dem Anfang der Lehre ging er in die Gewerkschaft – das war damals so. Und die Gewerkschaft war der SPD näher als anderen Parteien, und in die SPD ist er mit 17 oder 18 eingetreten. Das spielt später noch eine Rolle.
„Wo es mir gefällt, bin ich eigentlich immer länger geblieben.“
Landschaftlich passt es sowieso mit dem Westfalenstyle: 1961 in Schalksmühle geboren, dann als Kind nach Dahl gezogen und dort bis 1988 geblieben, und dann nach Hagen gezogen.
Die Sache mit der Atlantiküberquerung muss chronologisch gesehen an dieser Stelle mit hineingequetscht werden: Sie passierte bei der Bundeswehr. Ralf gehörte zur Segelmannschaft der Gorch Fock, und die segelt halt gelegentlich über den Atlantik.
Ansonsten aber wieder Heimat. In Dahl ist der TSV d e r Verein; dort hat er erst Handball gespielt und dann ein kurzes Intermezzo als Handballschiedsrichter gegeben.
„Das war aber nicht so mein Ding“, sagt er. Er hat bei den Alten Herren gepfiffen, und die waren zu motzig. Die Damen waren da besser drauf, aber trotzdem war es das mit dem Handball irgendwann. Stattdessen ist er mit Mitte 30 aufs Rennrad gestiegen. Ambitioniertes Hobbyfahren kann man nennen, was er da auf dem Rad angestellt hat. So an die 10 000 Kilometer im Jahr.

Das ist zwar kein Rennrad, aber dafür ist es Ralf. Ein typischer Sonntag auf dem Rennrad fing in Lüdenscheid Brügge an, dauerte 120 Kilometer und etliche Höhenmeter, weil die Höhenmeter in der Gegend nun mal da sind. Vor dem Sonntag war dann noch der Samstag – ebenfalls auf dem Rennrad. Was er zu der Zeit auch schon gemacht hat: Windsurfen.

Das mit dem Rennrad endete mit Corona. In der Zeit zerschellte eine Urlaubsplanung an den Einschränkungen. Sozusagen aus der Not geboren, fing das mit dem Kajak an. Er lieh sich ein Kajak und fuhr in „Mäc Pomm“ auf der Oberen Havel und auf der Spree. Irgendwann hat er sich kurzentschlossen ein Kajak gekauft. Damit paddelte er öfter mal von Fröndenberg bis Hagen die Ruhr herunter. Bei diesen Touren traf er auf die Paddler des KCH und ist dann in den Club eingetreten.
Das Kajakfahren war eines der Dinge „die ich in meinem Leben noch machen wollte“. Und er hat herausgefunden, dass er das mag: „Ich bin gerne draußen, ich zelte gerne, ich mag die Ruhe und die Natur.“
Was irgendwie ins Bild passt, auch wenn es dann motorisiert ist: Ralf hat eine kleine Sammlung von Motorrädern. Fünf Mopeds sind angemeldet, drei eher Ersatzteillager. Mit seiner Transalp etwa ist er in Marokko gewesen und in den Alpen – auch das passte noch in den Lebenslauf.

Das Berufsleben hat er mittlerweile hinter sich gebracht. Im Sommer 2024 ging Ralf in Altersteilzeit. Ach ja, die Politik: Ralf Kuhenne war in seinem SPD-Ortsverein Eilpe-Dahl aktiv – als Schriftführer. Das ist nicht das, was man macht, wenn man eine Parteikarriere anstrebt. Schriftführer wird man eher, wenn man sich in die Pflicht nehmen lässt. In der vergangenen Legislaturperiode war er dann Mitglied der Bezirksvertretung Eilpe-Dahl. So eine Bezirksvertretung ist zwar einerseits das kleinste denkbare Parlament – aber andererseits ungeheuer arbeitsintensiv. Jedenfalls, wenn man sich auf die Themen vorbereitet. Die Papierberge sind immens und Ralf hatte sich selbst in die Pflicht genommen, die Stadtteilpolitik ernsthaft zu betreiben. Mit dem Ergebnis, dass Urlaube „um wichtige Sitzungen herum“ geplant worden sind. Das ist nach der letzten Kommunalwahl ebenso vorbei, wie es kurz vorher das Berufsleben war.
„Ich bin ein zufriedener Mensch“

Im KCH macht Ralf so ziemlich alle der Vereinsfahrten mit – und ließ sich wieder in die Pflicht nehmen. Seit der letzten Mitgliederversammlung ist er im Vorstand als zweiter Vorsitzender aktiv.
Was ihn empfiehlt, ist seine Art: Wie gesagt, eher ruhig, und eher wenig Worte. Aber zuverlässig und immer da, wo eine Hand gebraucht wird. Und… wie soll ich das beschreiben… das Innere passt zum Äußeren. Ralf wirkt von außen so, als würde er in sich ruhen und er sagt von sich: „Ich bin ein zufriedener Mensch.“ Außerdem ist er hilfsbereit, betont seine Lebensgefährtin Birgit. Ich möchte noch hinzufügen: Er ist ein Beobachter. Und er hat nicht den Drang, immer gleich etwas zu dem zu sagen, was er da so beobachtet hat.
Bisher hat Ralf so gelebt, wie es ihm entspricht: Westfälisch, bodenständig. Das dürfte erheblich zu seiner Gesamtzufriedenheit beitragen. Und das dürfte auch weiter der Fall sein, denn warum soll man etwas ändern, was einen zufrieden macht? Und das ist auch gut für den Verein, denn er sagt: „Wo es mir gefallen hat, bin ich eigentlich immer recht lange geblieben.“
(Ralf Schaepe)
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